Weltkarte
 
  Gunther Holtorf  

 

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Die Abenteuer vor dem Abenteuer

Gunther Holtorf wurde am 4. Juli 1937 in Göttingen geboren. Das Kriegskind machte sein Abitur 1957 in Frankfurt und begann nach einem kurzen Umweg über die Offiziersschule der Bundeswehr im Herbst 1958 eine Ausbildung bei der Lufthansa. Heute würde man den Beruf wohl Luftverkehrskaufmann nennen.

Seine verbindliche Art kam bei den Fliegern  gut an, denn schon 1962 ließ man Holtorf die Mittel- und Südamerikareise der Bamberger Symphoniker organisieren und begleiten. Der 25-Jährige flog mit zwei Super-Constellation-Maschinen der Lufthansa und dem Orchester sechs Wochen kreuz und quer über den amerikanischen Kontinent.

Weltenbummler durch den Beruf

Dabei leckte er offenbar Blut: Schon im Sommer 1962 zog er mit seiner ersten Frau und der gerade geborenen Tochter Sabine nach Buenos Aires in Argentinien. In Frankfurt galt er seit der erfolgreichen Konzerttour als Südamerikaspezialist – obwohl er damals noch kaum Spanisch sprach. 1964 siedelte die Familie über nach Santiago de Chile, Holtorf wieder als Repräsentant der Airline. Dort hatte er weniger Erfolg beim Aufbrechen der – wie er sagt – mafiösen Strukturen vor Ort und wurde auf Betreiben seiner Widersacher 1965 des Landes verwiesen.

Nach einem kurzen Intermezzo als Stationsleiter der Lufthansa auf Gran Canaria siedelte die junge Familie Mitte 1966 nach Hongkong über. 1970 trennte er sich dort von seiner Frau, die nach Deutschland zurückkehrte, und heiratete erneut. Es folgten Auslandsstationen in Indonesien (1973) und Uruguay (1979).

1985 wechselte Holtorf von der Lufthansa als Geschäftsführer zu Hapag-Lloyd Flug nach Hannover, der Charter-Airline des Speditionskonzerns Hapag-Lloyd, die heute TUIfly heißt. Dort lernte er seine dritte Frau kennen. Als der Vorstand der Konzernmutter Holtorfs Plan ablehnte, der Lufthansa im innerdeutschen Linienverkehr Konkurrenz zu machen, schied er Anfang 1988 aus.

Gunther trifft Otto - die Reise beginnt

Im September kaufte er sich dann den blauen Geländewagen, der künftig als Otto mit ihm durch alle Länder der Erde reisen sollte. Es war ein Vorführwagen, der bei einem Händler in Oldenburg gestanden hatte. Nach einer Probefahrt von Kenia ins südliche Afrika wurde Gunther Holtorf zum dritten Mal geschieden. Im Trubel der Wende lernte er per Annonce in der Wochenzeitung „Die Zeit“ seine vierte Frau Christine kennen, die aus Dresden stammte. Nach wenigen Monaten fuhren die beiden los und waren fast bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 gemeinsam unterwegs.

 

1989 Gunther Holtorf KEN Otto-2

Gunther Holtorf 1989 mit Otto in Kenia: Das ostafrikanische Land markierte den Startpunkt von "Ottos Reise". Dass er 25 Jahre später fast alle Länder der Welt durchfahren haben würde, ahnte Gunther Holtorf zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht.